Was bewegt die neuste Generation auf dem Arbeitsmarkt? Und wie können Führungskräfte aus älteren Generationen mit der Gen Z umgehen? Im Rahmen einer zweiteiligen Mini-Serie gehen wir auf das Leben der jungen Menschen in der Schweiz ein und liefern Handlungsempfehlungen für Führungskräfte.

In Ihrer «St.Galler Jugendstudie» hat die HSG über 3’000 Menschen in der ganzen Schweiz befragt. Das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St.Gallen hat so die nach eigenen Angaben «umfassendste Untersuchung zur Lebens- und Arbeitsrealität junger Menschen in der Schweiz» erstellt. Um in der aktuell besonders herausfordernden Zeit als Führungskraft bestmöglich auf die Gen Z eingehen zu können, ist es wichtig, zu wissen, was diese im Arbeitskontext bewegt.

Deutlich unzufriedener als Ältere

Die Studie zeigt, dass Menschen zwischen 16 und 27 Jahren in fast allen Bereichen des Lebens im Vergleich zu den älteren Generationen weniger zufrieden durch das Leben gehen. Sie leiden überdurchschnittlich häufig unter psychischen Belastungen. 57% der Gen Z geben in der Studie an, dass sie starken bis sehr starken Stress erleben. Auch der Anteil Personen, welcher im Alltag Antriebslosigkeit, Selbstzweifel, Einsamkeit, Angstzustände oder Gereiztheit kennt, ist deutlich höher als bei älteren Altersgruppen.

Die häufigsten Resilienz- und Stressfaktoren

Laut der Studie gelten als Resilienzfaktoren positive Erlebnisse, gute Führung und soziale Einbettung. Auf der anderen Seite werden als Stress-Faktoren unter anderem die hohen Ansprüche an sich selbst, aber auch der Erwartungsdruck aus dem privaten und beruflichen Umfeld sowie die digitalen Einflüsse angegeben.

Pro Tag nutzen Junge 5 Stunden und 24 Minuten digitale Geräte. Auf den Sozialen Medien verbringen sie im Schnitt täglich 3 Stunden und 13 Minuten. Sie vergleichen sich sehr oft mit anderen und schätzen sich dabei im Vergleich zu älteren Generationen als deutlich selbstunsicherer, unattraktiver, schwächer, unterlegener und inkompetenter ein.

Weniger Freude an und bei der Arbeit

Zwei Drittel der jungen Menschen bezeichnen Arbeit als wichtig, jedoch verspürt nur die Hälfte Lust zu arbeiten und gar nur etwas mehr als ein Drittel fühlt sich bei den Vorgesetzten wohl. Die Gen Z ist sich bewusst, welchen Wert sie für die heutige und künftige Arbeitswelt hat und formuliert entsprechend auch klar ihre Erwartungen.

Für die Gen Z sind gute Vorgesetzte, eine interessante Arbeitstätigkeit und nette Gspänli wichtig. Nur etwa die Hälfte erlebt aber bei der Arbeit regelmässig Erfreuliches, wie Erfolgsmomente, Spass, positives Feedback oder neue soziale Kontakte. Ein Fünftel gibt gar an, häufig negative Erfahrungen zu machen und erwähnt in diesem Zusammenhang respektloses Verhalten oder Konflikte. Ausserdem gibt ein Teil der Gen Z an, dass bei den wichtigsten Motivationsfaktoren – Gehalt, Homeoffice-Möglichkeiten und flexible Arbeitszeiten – ihre Erwartungen nicht erfüllt würden.

Herausforderungen für Führungskräfte

Wenn Junge Nein sagen, werde das heute mehr akzeptiert als früher, schreiben die Studienautor:innen, denn von dieser Generation gebe es schlicht weniger als von früheren. Umso entscheidender sei es, dass die komplexen Herausforderungen der Zeit gemeinsam angegangen würden.

Die konkreten Handlungsempfehlungen der Studienautor:innen stellen wir Ihnen im zweiten Teil unserer Mini-Serie nächste Woche vor. Ergänzt um die Erfahrungen und Gedanken unserer nw-Mitarbeiterinnen.

Unser Team aus verschiedenen Generationen unterstützt Sie gerne bei der Team-, Führungs- und Kulturentwicklung. Lernen Sie unsere Angebote kennen in den Bereichen:

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